Stadtgemeinde Traiskirchen

Soziales Engagement statt Angst vor Fremdem

Garten der Begegnung feiert 5-jähriges Jubiläum und wird mit dem Alexander Friedmann-Preis ausgezeichnet

Garten der Begegnung feiert 5-jähriges Jubiläum und wird mit dem Alexander Friedmann-Preis ausgezeichnet
Das Team vom Garten der Begegnung © Stadtgemeinde Traiskirchen

Fünf Jahre ist es her, dass Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler einer Gruppe engagierter Menschen einen Hektar Land zur Verfügung stellte. Sie wollten angesichts des Ausnahmezustands im Erstaufnahmezentrum Traiskirchens aktiv werden. 

Der Ort macht seinem Namen alle Ehren, er ist ein Begegnungsort für viele TraiskirchnerInnen und Asylsuchenden aus dem Erstaufnahmezentrum und aus der ganzen Region. „Der Garten ist auch im Stundenplan der Kindergärten und Schulklassen der Stadt fix verankert und auch die BewohnerInnen aus dem Pflegezentrum sind hier immer wieder auf Besuch“, zeigt Bürgermeister Andreas Babler die Bandbreite des Publikums auf. „Mit dem Garten der Begegnung wollen wir eine Lebensgrundlage schaffen. Der Aufenthalt in Traiskirchen ist oft entscheidend, wie es mit der Person weitergeht. Hier werden außerhalb der Erstaufnahmestelle erste Kontakte mit Ansässigen geknüpft.“

Alexander Friedmann-Preis verliehen

Der jährlich verliehene Alexander Friedmann-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird an Organisationen verliehen, die sich im besonderen Maße für traumatisierte Menschen engagieren, wie etwa für Verfolgte, Flüchtlinge, Angehörige von Minderheiten oder MigrantInnen. Der „Garten der Begegnung“ hat den Preis bereits 2020 erhalten, Corona-bedingt fand die Übergabe Ende August statt. Beeindruckend fand die Jury vor allem, dass es einer Initiative gelingt, Menschen zusammenzubringen und sie untereinander zu vernetzen. „Die Menschen erhalten hier eine Tagesstruktur und eine neue Lebensqualität, die sie sonst nicht hätten“, betont Peter Schwarz, der Geschäftsführer des psychosozialen Zentrums ESRA, das den Preis vergibt.
Für das integrative Engagement wurde der Verein bisher schon mit Preisen bedacht: 2016 mit dem „Ort des Respekts“ und 2019 mit der „Sozial Marie“.

 

5-Jahres Fest am 11. September

Mit einem bunten Programm wird das 5-jährige Bestehen am 11. September gefeiert. „Es ist besonders unseren Asylsuchenden aus Afghanistan wichtig, trotz oder gerade wegen der erschütternden Situation im Heimatland nicht auf dieses Fest zu verzichten, sondern gerade in solchen Zeiten sich zu begegnen, sich zu stärken, füreinander da zu sein und Mut zu zeigen, nach außen zu gehen, sich nicht zu verstecken. Wir wollen miteinander feiern und zeigen, dass wir viele sind - für ein globales menschliches Miteinander“, so das Team vom Garten. Ab 14 Uhr gehts los, für 15 Uhr ist der offizielle Festakt angesetzt. Auf die BesucherInnen warten Schwungtuch- und Brettspiele, Führungen und ein Infostand, Rätselrallye und Kinderstationen, die von den Kinderfreunden betreut werden. Um 16 Uhr wird die Ausstellung von Victor Jaschke und Hamid eröffnet. In der Videoinstallation erzählt Hamid seinem Sohn von seiner Fluchtgeschichte. Mit live Musik und Lagerfeuer mit Stockbrot klingt der Abend aus.

 

PROGRAMM

ab 14 Uhr: Begrüßung, 3G Registrierung
​14 - 15 Uhr: Live Musik PEYMANN
14 - 17 Uhr: Kaffee & Tee, Süßspeisenbuffet
15 Uhr: offizieller Festakt und "The Z"
15 - 19 Uhr: Buntes Programm mit Schwungtuchspielen, Brettspiele (Ausgabe), Infostand, Führungen, Rätselrallye und Kinderstationen betreut durch die Kinderfreunde
​ab ca.15:30 Uhr Grillplatz, Beilagen- & Salatbuffet
16 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Künstlergespräch Victor Jaschke und seinem Schützling Hamid
19 - 22 Uhr: Lagerfeuer mit Stockbrot

Ausstellung "BLACKBOX INVERTED" - Hamid & Victor

In dem Kunstprojekte von Hamid & Victor geht es um die Fluchtgeschichte von Hamid, die dieser seinem Sohn erzählt. Der Titel der Ausstellung bezieht sich darauf, dass das Leben von Flüchenden oft eine Blackbox ist, so der Künstler Victor Jaschke. Die Behörden versuchen, Asylsuchende zu anonymisieren, einerseits um sie vor weiterer Verfolgung zu schützen, aber auch um im Faller einer Abschiebung eine Verbrüderung mit der lokalen Bevölkerung und damit Widerstand zu vermeiden. Asylsuchende beschönigen selbst ihre Erfahrungen, um ihre Familien nicht zu beunruhigen. "BLACKBOX INVERTED" versucht diesen Mechanismus im Inneren einer Kernfamilie umzukehren. 

Zu sehen ist die das Kunstprojekt in der "Hirterhütte" am Südbahnweg II neben dem Erstaufnahmezentrum. Die Hirterhütte ist ein ehemaliges Weinberg-Hirterhaus, das in den letzten Jahren zu verfallen drohte. Ein Team vom Garten der Begegnung haben das Häuschen renoviert und neues Leben eingehaucht. Entstanden ist das "Atelier der globalen Talente", das nun als "Erzählgebäude" für die bemerkenswerte Geschichte von Hamids Familie dient.